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Kirchbootfahrt vom Spreewald über Bad Saarow nach Teupitz

WRT-Vorfahrt als Gemeinschaftsfahrt des Rüdersdorfer Ruderverein Kalkberge vom 02.- 07. September zum 47. DRV-WRT 2012 in König Wusterhausen (07.- 09.)

SG Demag Aktive Barbara und Klaus berichten:
Unsere erste DRV-Gemeinschafts-Wanderfahrt war eine mehr als tolle Reise durch den Südosten Brandenburgs. Ausgeschrieben als Vorfahrt zum WRT in Königs Wusterhausen. Und Schuld an unserer Teilnahme waren eben die Organisatoren vom WSV, denn ihre sehr ansprechende Einladung zum 47. Wanderrudertreffen hat schnell dazu geführt, dass wir – meine Frau Barbara und ich - frühzeitig unser erstes WRT als Nr. 19 und 20 buchten. Wenige Tage später war klar, bei der recht großen Entfernung von 550 km zwischen Wetter (Ruhr) und dem WRT-Ort durfte - nein musste auch noch eine Ergänzung her. Somit wurden wir wenige Tage später zu Interessenten dieser Vorfahrt.


Versprochen hatte uns der VL (Fahrtenleiter) H.-Peter “Theo“ Kozerski  eine oft besuchte Landschaft mit einigen kleinen Städten, vielen Kanälen, Seen und Flüssen. Mittels Ablaufplan in Form einer Ziel- und Entfernungstabelle hatte er dies noch etwas genauer belegt. Beworben haben wir uns mit der Aufzählung mehrer Barkentouren auf Weser, Main, Mecklenburger Seen und Donau z.B. bis nach Wien.

Wir haben gebucht. Was wir erlebten war eine harmonische einwöchige Gemeinschaft von Ruderinnen und Ruderern in einem Boot. Unser Kirchboot “Bergknappe“ kam natürlich wie Theo vom  Rüdersdorfer RV Kalkberge und bot uns ein prima Fitness- Naturbeobachtungs- und Begegnungszentrum für all die Ruderer-Gespräche und Anekdoten, meist natürlich rund um die Ruderei. Mit der Start-Info bekam jeder Teilnehmer eine Spezialaufgabe, Barbara war während der Fahr “Platzanweiserin“ und der Schreiber dieser Zeilen “Berichterstatter“ – natürlich!

Wir, das waren H.-P. (Theo) Kozerski aus Rüdersdorf, Doris Kleinert aus Beeskow, Erika Schott aus Berlin-Grünau, Vera Longdong aus Berlin-Wannsee, Kurt Noack aus Köln, Barbara Neumann-Ullrichskötter und Klaus Ullrichskötter aus Wetter, Jutta Schaut, Gaby Drüppel und Helmut Greß aus Würzburg, Wolfgang Krutzke aus Rostock, Ina Holtz aus Schwerin, Helga und Lothar Taege, Marlis Winkler und Uwe Klingberg aus Fürstenwalde,. Also Ruderinnen und Ruderer aus allen Himmelrichtungen unseres Verbandes.

1.Tag (Sonntag) - Anreise nach Lübben (DJH)
(Begrüßungsabend), Quartier DJH Lübben

Unser Treffpunkt war die DJH in Lübben, dort nahm Uwe zwischen 10 und 18 Uhr alle Ankömmlinge in Empfang und nach dem Begrüßungsabend wussten wir, die Fahrt wird für uns bestimmt viel Neues bieten, alle 16 Teilnehmer sind erfahrene Menschen und eben Wanderruderer.

2.Tag (Montag) - von Lübben nach Alt Schadow
(30 km – 5 Schleusen), Quartier DJH Lübben
Unser Kirchboot Bergknappe hatte die Nacht auf seinem Anhänger verbracht, aber nach dem Frühstück ging es endlich mit unserer vereinten Hilfe auf die Spree. Kurz vor 9 Uhr hatte auch die Platzanweiserin ihre Arbeit getan, alle Ruderplätze und der Steuermannssitz waren besetzt. An den Schaltstellen saßen die Erfahrenen, Theo am Steuer, Wolfgang an Land zur Bedienung der großen Lübbener Spreeschleuse. Wir staunten nicht schlecht, aber Theo kannte sein Schiff, mit 12m war es ca. 4cm länger als der Schleusentrog –  Theo hatte mit Toleranzen gepokert, die Tore schlossen nicht winklig und hatten eben auch Toleranzen. Zwei mal Kurbelarbeit vom Landdienst und die Spreefahrt ging weiter. Über die HauptSpree passierten wir die Schleusen Hartmannsdorf, Zeniasfließ und Neu-Lübbenau. Nach längerer Fahrt bis zum Abzweig Dahme-Umflutkanal folgte die bedeutsame Wehranlage Leibsch mit zwei Schleusen, wir nahmen die rechte und blieben auf der Spree. Es folgte der Neuendorfer See und Steuerfrau Jutta fand zwischen den Reusen selbstverständlich die Ausfahrt. Bis zur Trog-Schleuse Alt-Schadow war es nicht mehr weit und unmittelbar danach machten wir am Anleger fest. Das Tagesziel war nach gut 30km erreicht. Die Rückfahrt nach Lübben erfolgte mit unserem Begleitfahrzeug plus ÖPNV und Ostdeutscher Eisenbahngesellschaft (ODEG)

3.Tag (Dienstag) - von Alt Schadow nach Beeskow

(35 km – 2 Schleusen), Quartier BH Beeskow
Einem netten Jugendherbergsabend folgte eine erholsame Nacht, die Vierbettzimmer waren zweckmäßig eingerichtet. Am DJH-Frühstücksbuffet ging es hoch her, das gute und reichliche Angebot langte aber für alle Gäste. Auf nach Alt-Schadow, Platzanweisung – keine Stammplätze und Leinen los. Auf dem recht kurvenreichen Spreeabschnitt bis Trebatsch passierten wir routiniert die Schleusen Kossenblatt und das offen gelassene Wehr bei Trebatsch. An der Spreeteilung nahmen wir den Bogen “Sawaller Altarm“ und gelangten so auf den Schwielochsee. Es folgten der Glower- und der Leißnitzsee. Alle Ein- und Ausfahrten wurden gut gemeistert. Bei weiterhin bestem Spätsommerwetter legten wir für die obligatorische Badepause in einer Bucht an. Es folgten die letzten Kilometer zum RC Beeskow. Dort wurden wir begrüßt von Wanderfahrern, die ebenfalls auf dem Weg zum WRT waren. Gastgeberin Doris führte uns in den RCB ein, wieder übernachten wir in Vierbettzimmern. Am frühen Abend brachen wir zu einem Stadtrundgang unter der Führung von Doris durch die Beeskower Altstadt auf.
Der historische Stadtkern, umgeben von der fast vollständig erhaltenen Stadtmauer, macht den besonderen Charakter Beeskows aus. Wir besichtigten die Marienkirche, eine der größten Kirchen der Mark Brandenburg, das älteste Haus Beeskows und die Burg.
Mit einem Pizzaessen in der Clubanlage, etwas Wein, Bier und Gesang endete ein schöner Tag.

4.Tag (Mittwoch) - von Beeskow nach Drahendorf

(26 km – 2 Schleusen, Stadtbesichtigung),Quartier BH Beeskow
Schon vor 8 Uhr duftete es nach Brötchen und Kaffee. Aufmerksame Gastgeberinnen hatten ein tolles Frühstücksbuffet hergerichtet. Die Ruderinnen und Ruderer gaben sich Mühe, nicht allzu viel übrig zu lassen. Wir hatten Termin, die Beeskower Schleuse arbeitet automatisch und schleust stromabwärts immer zur vollen Stunde. Alles klappte, auch die Automatik und so hatten wir schon um 9:20 Uhr die erste Schleuse hinter uns. Ein Trimaran, der uns dort begegnete hatte es eilig die “halb“ Schleusung zu schaffen. Durch den Oegelnischer See und erneut vielen Kurven erreichten wir den Wergensee und über die denkmalgeschützten handbetriebene Kahnschleuse Neubrück die Drahendorfer Spree. Nach zwei weiteren Spreebögen hatten wir den Wasserwanderer-Rastplatz erreicht. Barbara und Klaus präsentierten hier das Mittagspicknick. Nach einer guten Stunde hieß es nochmals “alle Mann an Bord“, zur Slipstelle Drahendorf waren es noch einige Kurven. Unser Bergknappe verließ das Spreewasser nur ungern, Theo und Helfer hatten da ganz schön zu tun. Ade Spree! Die Rückfahrt nach Beeskow war zweigeteilt, die einen mit dem Schulbus, die anderen mit dem Bootstransport zum Bootshaus in Beeskow. Für den Abend hatte Doris für die Gruppe eine Tischrunde im Restaurant Kirchenklause reserviert. Mit einem guten Essen, ein oder zwei Getränken und Ruderer-Anekdoten verbrachten wir einen kurzweiligen Abend.

5.Tag (Donnerstag)- von Bad Saarow – über Springsee nach Kummersdorf
(35 km – 4 Schleusen), Quartier BH Zernsdorf
Nach dem Frühstück in Beeskow und der anschließenden Anreise erreichten wir Bad Saarow und den Startpunkt am Scharmützelsee. Unser “Bergknappe“ schaffte die Wellen des Südwindes spielend und so waren die fast 10 Km bis zur Neuen Mühle ein morgendliches Vergnügen. Über die dortige kleine Schleuse gelangten wir bei sehr schmalem Fahrwasser auf den Glubigsee und nach nochmals sehr naturnaher Fahrrinne auf den Springsee. Am südlichen Sandstrand des Sees legten wir zum Mittagspicknick an. Ein herrliches Fleckchen Brandenburgs. Dieser Abstecher hatte sich gelohnt.
Die Rücktour bis zur Glubig-Schleuse Wendisch Rietz bot eben dieses Naturerlebnis nochmals sehr intensiv. Noch ein Zipfelchen Scharmützelsee und wir waren an der modernen Selbstbedienungsschleuse in Wendisch Rietz. Anschließend folgte mit gut 6km der große Storkower See, danach die Selbstbedienungsschleuse Storkow. Mit Kappenalarm unterquerten wir die Brücke, die anschließende Wartezeit an der Schleuse war eingeplant und erträglich. Es folgte der Storkower Kanal über Philadelphia nach Kummersdorf. Unmittelbar nach Passieren der dortigen Schleuse endete diese vorletzte Etappe am Ufer des Rastplatzes für Wasserwanderer. Die Rückfahrt war fröhlich zweigeteilt mit der ODEG und unserem Transportbus. In Zernsdorf zogen wir gern in die Doppelzimmer ein, für viele von uns bis nach dem WRT. Der Abend war urig, wir fanden in Bootshausnähe das Lokal “Zum Bayern“, aßen, tranken und sangen zünftig. Ein schöner Abend.

6.Tag (Freitag) - von Kummersdorf nach Teupitz
(29 km – 1 Schleuse, ENDE VF / Begrüßungsabend WRT), - Quartier BH Zernsdorf
Das Frühstück im Bootshaus von Lok Zernsorf wurde uns fast ans Bett gebracht, der Kastellan schenkte jedem  persönlich den Kaffee nach. Dann die kurze Anreise nach Kummersdorf, dort wartete unser Bergknappe und freute sich schon auf die Dahme. Barbara besetzte nochmals die Plätze und los ging’s. Bald war der Wolziger See erreicht, es folgten  Langer See, Schmöldesee, Hölzerner See, Kleiner Köriser See, Kleiner Moddersee, Großer Moddersee, Schulzensee, Zemminsee und der Schweriner See. Dann war der Teupitzer See erreicht, das Ende der Vorfahrt nahte. Anlegen am Steg für die morgige WRT-Tagesfahrt. Unser „ Bergknappe“ wird WRT-fein gemacht, die Vorfahrt ist beendet. Es geht’s zurück zu den Quartieren. Der WRT-Begrüßungsabend in Königs Wusterhausen kann beginnen – WIR bleiben eine Gemeinschaft auch auf dem WRT, Theo und Doris sei Dank von der ganzen Gruppe. Und wir sind sicher:  wir wollen 2013 in dieses tolle Ruderrevier wiederkommen, wenn’s geht mit einer Ruderer-Gruppe und dem Bergknappen vom RRVK.