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Herbst-Wanderfahrt Obere Ruhr

Erstbenutzung der neuen Schwimmstege “Stiftsmühle + Schiffswinkel“

Anfang September stand es in der Zeitung; Der Ruhrverband hat zwei neue Schwimmstege an den Umtragestellen “Schiffswinkel“ und „Stiftsmühle“ in Herdecke auf der Ruhr montiert.
Jetzt fand am 21.10.12 im Rahmen der lange geplanten Tagesfahrt der SG Demag von Wetter nach Schwerte und zurück die Erstbenutzung durch Ruderboote statt.



Mit einem Doppelvierer und einem Doppelzweier mit Steuermann starteten 8 Ruderinnen und Ruderer bei bestem “Oktober-Spätsommerwetter“ in Wetter am Obergraben. Bei der Abfahrt um 8:30 Uhr stand das Thermometer bei guten 11 Grad, mittags in Schwerte waren es dann rekordverdächtige 22 Grad und dabei war es überwiegend wolkenlos.
WIR FAHREN NUR BEI GUTEM WETTER - Unser Motto für die Ruhr hatte mal wieder gezogen. Vier Umtragestellen bei der Bergfahrt und natürlich ebenso bei der Talfahrt, lassen die 40 Ruhr-Kilometer dann schon zu einem Ganztagserlebniss werden.
“Die Mischung war gut, für den mit 15 Jahren jüngsten Aktiven Jonas war es die erste Wanderfahrt überhaupt, der Älteste Jg.49, heißt Klaus und fuhr schon vor 49 Jahren die Ruhr hinauf.“
Doch es gab etwas Neues, Besonderes zu erleben. Seit Anfang September befinden sich auf dem Teilstück zwischen Herdecke und Hengsteysee zwei neue Schwimmstege in der Ruhr.

Laut Zeitungsbericht WP/WR/WAZ vom 4.9.12 sieht der Verantwortliche des Ruhrverbandes Herr Bringmann die Investition pragmatisch (in Auszügen):
Leichtes Umsteigen! Bislang wurden zur Überwindung von Hindernissen sogenannte Umtrageeinrichtungen mit festen Stegen im Ober- und Unterwasser errichtet. Diese starren Stege passten sich jedoch den stark schwankenden Wasserspiegeln nicht an, machten also das Ein- und Aussteigen für Wasserwanderer manchmal recht gefährlich. Die neuen, modernen Schwimmstege passen sich dem Wasserspiegel an, sind also klar die bessere Alternative.
Kosten für einen Schwimmsteg: 20.000 Euro. Warum der Ruhrverband, der als Wasserverband für die Wassergüte und die Wassermenge zuständig ist, nun so viel Geld für die Wasserwanderer ausgibt, erklärt Thomas Brinkmann so: “Wir haben ja die Wehranlagen, also die Hindernisse, auf dem Wasserwanderweg Ruhr errichtet. Deswegen fühlen wir uns dafür verantwortlich, dass die Wasserwanderer auf ihrem Weg die Hindernissen auch queren können.“ (Ende Zitat)


Das Hochsetzten vom engen Stich in Herdecke-Stiftsmühle blieb jedoch ein Kraftakt und nur dank des Uferbewuchses litten die Boote keinen Schaden. Nach dem Einsetzten am neuen Steg und ca. 70 Ruderschlägen weiter waren wir schon am zweiten funktionellen Schwimmsteg. Der alte Weg durch den Tunnel, nur 50m, die Treppe vor der alten Schleuse zum Einsetzen und schon schwammen die Boote, der Gig-Doppelzweier immer vorweg, auf dem Hengsteysee.
Es folgten 5- 6 km Seedurchquerung, dann wieder die Ruhr und von rechts die Lennemündung. Nochmals 4km und der knapp bemessene Steg vor dem umgebauten Wasserkraftwerk in Westhofen war erreicht. (auf diesem Abschnitt war die Ruhr bis Schwerte über ein Jahr wegen des Umbaus gesperrt). Nun ist aus einem Wasserwerk ein Kraftwerk geworden, auch eine Beton-Fischtreppe wurde realisiert - und dass alles unter Erhaltung der geschützten Gebäudestruktur. Für uns die alte steile Ufertreppe, es folgte das recht lange Tragestück. Im ersten Versuch bedienten wir uns für die 250m des dort deponierten Kanuwagen. Leider eine Fehlkonstruktion, ihn zu beherrschen ist kraftaufwendiger als das Boote tragen am langen Arm.

Auch die letzte Bergetappe – 5km zur Kanu-Lewe-Stadt Schwerte - bietet neben der Natur interessantes. Das Ruhr-Wasser fließt gemächlich und ruhig, auch nach weiteren 3 Kilometern ist eine Strömung kaum war zunehmen. Doch die letzten 500 haben es in sich, Strömung baut sich auf, Untiefen und Strudel. Bei den letzten 50 Ruderschlägen prüft man automatisch, ob noch ein Vortrieb erfolgt. 2- 3 Untiefen, 2 Kiesbänke, Anlegen mit möglichst viel Schwung und wir sind am Ziel.
Nach einer üppigen Mittagsrast - ein Elternpaar hatte sich überraschend mit Hamburgern! und Getränken für uns eingefunden – machten wir uns an den Abstieg. Es gab keine Überraschungen mehr und so versuchten die Bootsbesatzungen das theoretische Zeitziel 18 Uhr einzuhalten. Eine durchaus lange und gelungene Tagesfahrt auf der oberen Ruhr war dann auch kurz nach 18 Uhr am Steg der SG Demag Wetter beendet.

Wenn alles klappt ist dieser Ruhrabschnitt ab Schwerte bis Wetter die erste Halbetappe bei der geplanten WRT-Vorfahrt 2013 vom 10. -13.09. von Schwerte über Blankenstein zur RR TVK in Essen, einem Startpunkt der WRT-Tagesfahrt des Ausrichters Homberger Ruderklub Germania von 1893 e.V am Rhein.