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SGD-Vereins-Wanderfahrt 09.- 11.09.2016

Schweriner Seen und Störkanal

Gast bei der Schweriner RG gegenüber dem Schlossparlament
2016 mit den drei Ruderetappen  Freitag 13 km - Samstag 39 km – Sonntag 24 km

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Bericht zur SGD-Vereinswanderfahrt 2016 Schweriner Seen und Störkanal

Gut 500km hatten wir acht aus Wetter anreisenden Ruderinnen und Ruderer zurück zu legen, um am Freitag den 9.9. zur Mittagszeit bei der Schweriner Rudergesellschaft anzukommen. Es gelang, zwar nicht mit der Deutschen Bahn – zu teuer mit dem Gruppenpreise > 70€ /Pers. – aber mit unserem Blitz-Vereinsbus!

Annähernd gleichzeitig trafen die geladenen Gäste Anneli aus Berlin (RaW) und Liesa aus Lübeck/Witten in Schwerin ein. Als (Vor)Kultur-Organisatoren weilten Doris und Werner schon seit Dienstag in Schwerin. Zimmervergabe und Generaleinkauf für das Wochenende wurden bis 14 Uhr erledigt, dann gab es Kaffee und Kuchen. Werner brach frühzeitig auf zum Schloss und als unsere dann 13-köpfige Gruppe am Schlossportal zusammen kam, war klar warum. Werner hatte bereits bezahlt, die Eintrittskarten und dazu die tollste Schweriner Führerin übernommen.

Die nächsten 90 Minuten vergingen wie im Flug. Ein tolles Schloss, dazu eine Führerin mit Wissen und bester schauspielerischer Qualität. Wir wissen nun eine Menge über die alten Schlosszeiten (1100 – 1850). Besonders hängengeblieben bei mir Gold war schon damals von Pappe und von 160 Zimmern waren ab ca. 1750 DREI ! beheizt – mit schnuckeligen 16 Grad. Danach folgte das Lustwandeln rundum das Schweriner Schloss, nicht weniger kulturell und mindestens so farbenprächtig wie drinnen. Irgendwann lenkten wir unsere Schritte zur Schwenkbrücke und von da auf der Lenne-Straße zur Rudergesellschaft.

Vorher war mit dem WRW der SRG Holger Göths klar gemacht, welche Boote wir nehmen würden, die Wahl fiel auf die zwei Doppelvierer mit St., die Dassow und die Plau. Die Booteeinteilung verlief gerecht, die vier Damen wurden getrennt (2/2), der Rest war Formsache. Das erste Boote zu Wasser lassen dauerte, aber wir hatten ja Zeit, dunkel würde es während der Ausfahrt wohl nicht. Wir ruderten auf dem Untersee Richtung Ziegel- und dann Kaninchenwerder, umrundeten diese, beachteten die (Naturschutz)Tonnen und waren wie geplant nach 13 Km zurück am Steg. Es war noch genügend hell, doch bis zum Höhepunkt des Grillabends musste sich dies natürlicherweise ändern. Die Glut wurde gezwungen, das Fleisch gerollt, Gemüse zerlegt, Teelichter geschnorrt und Lothars Stirnlampe machte den Rest. Geschmeckt hat’s. Annelis Berliner Bier, REWE-Wein vom Feinsten, allerlei köstliche Schweineteile, Gewissenstofu und besonders gefragt, Maiskölbchen XXL aus hiesiger “Kultur“, trugen dazu bei. Nach etwas Hochprozentigem verlegte der harte Kern der Runde die Tagung an den Konferenz- und Kulturtisch in der 1. Etage und damit in Reichweite der Betten.

Der Hauptrudertag begann für das 4-Bettenzimmer mit Küchenstudio um 7 Uhr, denn bereits ab 7:30 Uhr stürmten Damen zwecks Frühstück-Vorbereitungen den Raum. Bei nur einer Teetrinkerin war die Kaffeemaschine der allgemeine Engpass, satt wurden aber offensichtlich alle.

Unsere Ausfahrtvorbereitungen liefen nun an, gemeinsam wurden die Plau und dann das Schwergewicht Dassow über den Steg ins Wasser gesetzt und für die Tagesfahrt Richtung Bad Kleinen aufgerüstet. Die Mannschaftseinteilungen vom Vortag behielten wir bei und so legten beide Boote gegen 9 Uhr ab. Die Reise führte uns problemlos ca. 8 Kilometer über den zu dieser Stunde ruhigen und glatten Schweriner Innensee. Vor der Durchfahrt auf den Außensee gab es noch einen kleinen Hafenstopp mit Steuerleutewechsel, kurz nach der Weiterfahrt waren wir dann auf dem größeren Außensee. Es gelang einigermaßen Kurs zu halten und nach ca. weiteren 11 Km, unter auslassen einer ersten Anlandemöglichkeit, fanden wir ein herrliches Plätzchen für die Mittagspause. Kurz nacheinander schoben sich die Bugspitzen beider Boote durchs Flachwasser auf den Sandstrand. Die Damen verließen bald diese Idylle, der nahe gelegener Campingplatz Flessenow lockte mit Cappuccino oder Eis. Am Strand gab es für uns Kaltgetränke von Markus und mitgebrachte Snacks.

Heinz, Lothar und Klaus nahmen sogar ein erfrischendes Bad im See, dafür mussten sie aber eine ganze Strecke durchs Flachwasser waten. Nach gut einer Stunde Rast ging es wieder in die Boote, wir entschlossen uns auch noch die vor Bad Kleinen gelegene Insel Lieps “mitzunehmen“, damit befanden wir uns auf der Stör-Wasserstraße. Zurück nach Schwerin ruderten wir nun durch den Langen Graben (gefühlt 4km lang), oft mussten wir Blätter lang machen, denn die entgegen kommenden Motorboote trauten sich nicht so nah an das flache Ufer. Boote, die in unserer Richtung unterwegs waren, trieben wir vor uns her - im Graben gilt max. 6km/h.

Wir erreichten den Ziegelaußensee und mit etwas Orientierungsproblemen fanden wir durch Werderkanal und Heidensee zurück in den Schweriner Innensee. Welch eine Veränderung hier gegenüber der morgendlichen Hinreise. Aus 0 Booten waren nun geschätzte 100 Motorboote (hoch motorisiert und rücksichtslos) sowie im Hintergrund etwa 1000 Segelboote an diesem zugegebener Maßen sehr schönem Samstagnachmittag unterwegs. Da mussten wir nun durch. Unsere Ruderboote wussten oft nicht wo sie hin schaukeln sollten, die Kabbelwellen kamen fortwährend unberechenbar von allen Seiten.

Endlich das Schloss, endlich weniger Wellen, so ruderten wir doch noch die Schlossrunde durch den Burgsee und unter Schloss- und Lennestraße-Brücken hindurch zum Steg der SRG. Die Planzeit Ankunft 17 Uhr unterboten wir glatt um 10 Minuten!

Der übliche Ablauf Pflege für die Boote, dann Pflege (Duschen) für die Aktiven des Tages, es galt auch nach den geruderten 40km eine gewisse Frische herzustellen. Ein Blitzeinkauf von Heinz und Klaus sicherte den sinkenden Getränkebestand, dazu Milch und drei frische Brote gehörten zur Frühstücksvorsorge für den Sonntag.

Anschließend zogen wir gemeinsam in die Altstadt. Bis zur Reservierungszeit 20 Uhr im Kartoffelhaus, blieb genügend Zeit um die 2 – 4 wichtigsten Gebäude “mitzunehmen“. Dazu gehört ja immer eine Kirche, in Schwerin ist es der Dom, Marktplatz und Rathaus gleich dabei. Erschlossen hatte sich uns dieser zentrale Punkt vom Schloss ausgehend zum Staatstheater und weiter über die Salzstraße. Dann war da ja noch – Überraschung – das große Altstadtfest! So bummelten wir in kleineren Gruppen über das Fest “Rund um den Pfaffenteich“ bis sich nach 19 Uhr langsam alle im Kartoffelhaus einfanden. Lecker war‘s, alle hatten Kartoffeln! mit Diversem (überwiegend Fleisch) allen hat‘s dem Vernehmen nach geschmeckt. Auf dem Rückmarsch waren wir dann nur noch 11, Doris und Werner zog es da schon in ihr Nest.

Am Konferenztisch der SRG angekommen, wurde weniger diskutiert, vielleicht unsere kleine Ruderwelt betrachtet, die Ersten wünschten um 11 gute Nacht, die Letzten um 1.

Aufstehen am Sonntag, wie gehabt im Zimmer 7 deutlich vor dem Frühstück, um 8 waren alle am Tisch versammelt. Die Eier wieder gut weich, die Milch frisch dazu ebenso diverse Brote. Später am Steg internationales Gedränge – Schweizer Wander-Ruderer aus dem Argau – teilten sich mit uns den Steg (Heinz hatte das zu wörtlich genommen, ihn hät’s beinah auch geteilt – in eine Wasser- und eine Landhälfte. Dann ging‘s los Richtung uns bekannter Inseln.

Auf Höhe Kaninchenwerder hatten wir etwas Mühe die Einfahrt zum Störkanal zu finden. Sie ist aber auch wirklich versteckt und schwer zu peilen. Die 6 Kanalkilometer vergingen rasch, in Steffens Stammsitz in Plate krabbelten wir von den Booten an Land, es gab Liesas frische Brötchen, wir bestaunten die Hubbrücke und genossen die freundliche Atmosphäre im Stör-Krug. Wobei anfangs hatten wir schon das Gefühl, dass wir stöören. Der Rückweg war Gott sei Dank wieder genau so lang wie der Hinweg und  2-mal 12 Km waren für den Schluss- bzw. Abreisetag dann auch allen genug. Bei der RB angekommen, stand natürlich das besondere Schlussreinemachen im Vordergrund. Frischwasser hatten wir über die Pumpe genug und angepackt haben tatsächlich alle, wenn auch – was normal - unterschiedlich fest.

Wir lagen wieder etwas vor dem Zeitplan, alles geschah somit ohne Druck und Hektik. Zeit zum Abschied nehmen, die beiden Berlinerinnen gedrückt und an Anneli nochmals Danke für’s Bier, die Lübecker auf Zeit ebenfalls geherzt, aufsitzen im Benz und wir sieben Platz nehmen im Blitz-Bus, staufreie Rückfahrt mit Fahrer Georg (Hin- Christine) bis, ja bis zum Kamener Kreuz, danach mussten wir den Einlass nach Wetter etwas modifizieren, hat letztendlich geklappt, Markus kannte sich aus. Deutlich vor der Zeit waren wir am Obergraben und unser AL/FL hat dann die beiden Brücken sogar noch zu Fuß  gemacht..

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